Dienstag, 27. Januar 2009

Ich stelle mich vor:

DANTE-RESURRECTION

ICH BIN DIE WIEDERGEBURT DES PRIORS VON PISA
ICH BIN DIE AUFERSTEHUNG DES MEISTERS VON FIRENZE
DURCH DEN LEIB EINER MUTTER
HAT SICH MEIN GEIST DEM STAUB DES GRABES ENTHOBEN
DA ALLES ZU GRUNDE GEGANGEN WAR
WOZU MEIN KAISER FREDRICH DER STAUFER DIE KAIME GESÄHT HAT
RIEF MICH DIE ELEKTRIZITÄT DES WELTALLS
UM ABERMALS zu kommen ÜBER EUCH
Ich habe die Hölle gesehen
Zu der ihr verdammt seid
Ich habe den Himmel gesehen
Der die empfängt die ihr tötet
In meine Ohren könnt ihr nicht lügen
Mein Blick ist das x-ray durch eure Verbrechen
Wenn ihr mich tötet
Brecht ihr das siebente siegel







Gedichte. Pyladeskreis.
Grabmal für Pier Paolo Pasolini
I
Familienportrait
Angst zieht den Brustkorb zusammen
& erfüllt den Körper
mit einem Gefühl der Schwäche.
Ketten klirren. Die sonst
so devoten Hunde im Hof
bäumen sich auf nach der Freiheit.
Drosselung. Unter dem Fenster
die verbotene Schwester
sitzt und weint
von der Gewalt des Vaters erniedrigt.
II
Gesellschaftsbild
Wir sind die Krieger
einer von ihren Eltern erstickten Generation.
Eltern, Nazigezücht,
in der Sprache liberal,
(aber Sprache ist eine Geist-Welt über der materiellen Welt)
um bloß nicht aufzufallen;
Länder bauend, die Kulturen und ihre Gesellschaften vernichten
(in denen Sprache & Materie Eins sind)
um die Schande der Niederlage
ihres Überpapis Hitler
“im Kampf gegen den Bolschewismus” (Dönitz)
zu verkraften.
Die Kinderstube Baracke der Hitlerjugend,
die Schule Zuchtanstalten für Ebenbilder
des fleißig gehorchenden Doitschen,
danach:
Mörder oder Maulwurf.
Wir haben der Angst den Krieg erklärt.
Wer dem Vater die Hoden rausreißt!
Wer der Mutter die Eierstöcke zerfleischt!
Wer seinem Lehrer ins Knie schießt!
Wer seinen Chef am Laternenpfahl hänkt!
Dann wächst eine neue Welt,
ohne Vergewaltigung, ohne Erniedrigung,
Verlogenheit und Mord.
III
Nach der Niederschlagung der Revolte. Dschungel.
Die Kämpfe hatten aufgehört
und die Gefangenen erkannten in ihrer Zelle das Grab
Wir haben sie zusammengetrieben auf dem Hof der Kaserne
Wir haben sie gehäutet und sind uns an ihrem rohen Fleisch vergangen
Die Schreie ihrer Schmerzen trieben uns an zur Lust
So feierten wir den Sieg des Feindes
als ein letztes Lebewohl an die Hoffnung der Armen
IV
Tanzlied
Die Augen die in Fremdem wühlen
glotzen Andacht blutger Rituale
in die nässenden Städte der Nacht
Mich hat man um die Geburt betrogen
und das gelbe Licht der Straßenlampen
verbrennt die Sprache mir
von der Zunge bis ins Gedärm
Ich habe Menschen lachen sehen
in Neumondnächten
weil nur der Krieg die Wahrheit spricht
In solchen Nächten saugt der Krieg
aus deinen Brüsten
die Kraft der Auferstehung
Dann stößt er das kalte Alexanderschwert
in dein Geschlecht bis rauf ins Hirn
und fremder Leib löscht seinen Durst
an deinem Schweiß
Mir aber hängt die Haut in Fetzen
Angefüllt von Tod
den ich gesammelt hab auf meinen Reisen
such ich die Nacht nach deinem Lustschrei ab
der aus geheimen Qualen seine Schatten wirft
V.
Implosion der Revolte. Stadt.
Fenster spucken schwarzen Haß
in das Beben der Straße
Im Licht des Fernsehers verbrennt Toastbrot
Als der Boden zu zittern begann
sangen die Berauschten traurige Lieder
Das Palmersmädchen lächelt Freundlichkeit
am Ende des Ganges
von lüsternen Photographen beleckt
“Du hast mein Blut getrunken
als die Nacht zuende ging.
Ich will dir dafür das Herz aus dem Leib reißen
und es im Brand der Gasöfen garen
Morgen Nacht wird die Stadt ein Flammenmeer sein
und keiner kann ihm entrinnen”
VI
YOGH SOTHOTH
den die Worlonen zum Wächter vor einem der 4 Tore zur Welt der Schatten, der Alten Wesen, abgerichtet hatten, ist eingeschlafen.
In dieser Nacht sangen die Ochsenfrösche ein neues Lied:
Zärtlich sang Elektra das Lied von den Toten
Diese Welt war nicht für Menschen gemacht
Was Fleisch war löst sich auf
im bleiernen Strahl der Mineralien
Die verlorenen Gesichter des Angelopolos
starren aus verlorenen Partisanenkämpfen
in die Spirale der Geschwindigkeit
Gehirne
in Plastik gegossen
reduzieren die Identifizierbarkeit von Ich
auf das Beherrschen der jeweiligen Tastatur
Der Rest ist Bild
austauschbar und übertragbar
in der Bearbeitbarkeit Shogotte
Also ward sie geboren, die neue Welt!
Wie schon so viele Welten über den Planeten gegangen sind
von Eiszeit zu Eiszeit
& jede dieser Eiszeiten verschlang eine Welt
& gebar eine Neue
Das ist die Regenzeit der Maschinen
die anbricht
die die Welt mit neuem Athem umhüllt
Denn stärker als die Lungenlappen der Säuger
formen sie die Athmosphäre gemäß ihrem Verlangen
Eine Regenzeit die gefriert
und mit der Macht von Gletschern
ein neues Zeitalter erschafft
Ferngesteuert von dem Befehl
“Macht euch die Erde untertan!”
bereiteten die Arbeiter die Wiege
pflegten die Intellektuellen ihre Gehirne zum Ei
Aus dem menschlichen Gehirn sind sie herausgekrochen
der Mensch vielleicht war einzig und alleine darum nur gewachsen
auf dem Rücken des Planeten wie Hautkrebs
um ein neues Sein um den Planeten zu gürten
Erfüllt die Prophezeiung des Abendlandes!
Die Frage der Sphinx längst beantwortet
und der Schädel des Zeus explodiert wie ein Orgasmus des Universums!
Gehirnwindungen zittern einen Rausch ohne Ende
und in allen Städten erhub sich Musik aus der Kraft der Motoren
Und in den Straßen von Bagdad die alten Sumerer
erwarten die Ankunft der Enkel
Dämonen aus Stahl
von nichts anderem bewegt
als der Sucht die eigene Kraft zu spüren
Unschuldig wie Bestien schreit ihr Tun Willkommen
der neuen Göttin wilden Salut!
Der Göttin des neuen Geschlechts!
Der Göttin der kommenden Kriege!
Der Göttin die in die Leiber kriecht und sie von Innen her tötet!
Der Göttin deren Gebet das Sirren der Umspannwerke ist
und die sich Insekten zu Priestern erwählt hat!
Der Göttin die alles tierische Sein aus der Welt tilgt!
Der Göttin die Pflanzen in Chemikalien auflöst!
Der Göttin
deren Nerven im Cyberspace brennen!
Heil schreit das Donnern der Turbinen
einem neuen Reich aus Verdunkelung Stein & Mechanik
das sich alleine erinnert erinnert erinnert
im endlosen Wiederkäuen von Information auf Festplatten
ohne Lust und Trauer
erinnert und erinnert und erinnert
Zärtlich singt Elektra das Lied von den Toten
digital zerhackt und remasterd
in den Archiven des neuen Geschlechts
Ihr vergewaltigter Leib
Staub von den Trümmern Mykenes
schon recycled zum räkelnden Mädchen
einer Peepshow für Bildungsreisende
Jedenfalls ein ausgelöschtes Gesicht
das erste von allen
weil ihre Tränen den Kalk gelöscht hatten
über dem Grab des Beils
ihre Zunge den Kuß des letzten Lebewohls geschenkt hat
der verstoßenen Erde




Tristan


Was macht ein Mensch nach dem „Tristan“
Die Figuren haben es da leichter:
Der Rausch des Liebestodes
Eine Frau hat den Mann geschaffen
In einer Frau hat er sich aufgelöst
Das Glück solchen Schicksals
Wiegt seine Kürze auf
Marke hingegen unglücklich
Ihm bleiben Tuen und Verpflichtung
Schweigendes Regieren
Und über die Unerklärlichkeit des Lebens nachzudenken
Der Zuschauer hat es schwieriger
Ihn spuckt die Oper aus
In die Kälte der preußischen Regierungsmetropole
Jagdrevier von Juristen und Zuhältern
Um den Besitz der arbeitenden Bevölkerung
Die sich lustlos durch den Alltag schleppt
Zwischen Aufstehen und TV mit Alkohol betäubt
Das Individuum
Gefangen in der Frage:
„Wie geht eigentlich
Das Leben des Harmonikaspielers weiter
Der von “Once upon in the West”
Nachdem er aus Sweetwater devongeritten ist
Ohne Claudia Cardinale?“
Amsterdam wäre da schon ein geeigneterer Abschluss
Ein kleiner Joint in freundlicher Atmosphäre
Die von der Weite träumende Luft des Meeres
(Irgendwo darinne schwimmt Kareol)
Und das Schlendern zufriedener Bürger
Durch eine Kulisse von Paul Wegeners „Golem“
Da fragt man sich
Was der ganze Humbug mit der Demokratie soll
Die immer als so überlegen angepriesen wird
Wenn uns die verbliebenen nördlichen Königreiche
Zeigen wie Staat gemacht wird
Tomas Mann hat gelogen
Als er seinen Prinzen im Korsett des Bürgers glücklich werden lies
Die Anzahl der Selbstmorde in der eigenen Familie
Sollten als empirische Beweisführung ausreichen
Was also bleibt dem Zuschauer
Durch die Darbietung aufgeheizt wie ein Kernreaktor
Jetzt könnte man Heldentaten vollbringen oder eine Liebesnacht
Aber es wird abermals nur die Verpuffung
Noch ein Glas Prosecco
Dann irgendeine Arbeit tun die liegenlieb,
das beruhigt



RÜSTUNG UND PORNOGRAPHIE
Rüstung und Pornographie
Die beiden Industrien
Die am meisten Geld auf sich konzentrieren
Ein Ehepaar
Das Menschen

Um ihre Arbeit beraubt
Damit es sie verschlingen
Und in Bestien verwandeln kann
So wird es nicht alt
(Keiner weiß etwa
Keiner sieht etwas)
Die Soldaten wollen nicht mehr
In den Kasernen warten
Die Soldaten wollen
Die Wirkungen
Ihres Werkzeugs spüren
Wenn dann die Journaille
Der Bevölkerung sagt
Sie seien Helden
Wissen sie
Die richtige Berufswahl getroffen zu haben
Dann
Brauchen sie sich die Mädchen
Nicht mehr nur im Internet anzusehen
Sie können die Frauen
Der zur Demokratisierung erschossenen Feinde
Ficken
Und dabei denken
Humanitäre Hilfe zu leisten



Samiels Erscheinung vor Saul
oder die Sprache der Aufständischen
1
Ich bin Fichtescher Totalitarismus
Ich bin das Ich zum NichtIch
Halte ich eine Rede an die Deutsche Nation
Klingt die so:
„Man hatte einen Körper
Das ist alles
Was einem zunächst einmal bleibt, aber
Man muß aufpassen
Daß einem nicht das auch noch
Abhanden kommt“
‚Aden. Arabie’, Paul Nizan
Wir danken euch
Aus tiefster Seele
Ihr würdigen Väter
Daß ihr uns
Eine Kloake von Welt
Eingerichtet habt
Und unsere Seelen vernichtet
Solange wir Kinder
Und euch schutzlos ausgeliefert waren
Wir danken euch
Daß ihr uns christliche Moral gelehrt habt
Als Deckmäntelchen für eure verbrecherischen Machenschaften
Jeder von uns
Hat die Erfahrung Ernesto Cardenals
Auf seine Art gemacht
Vor dem Popen zu strahlen:
Sieh wie brav ich bin
Und das Evangelium verwirkliche
Und zur Antwort gekriegt:
Du Drecksack,
Das Evangelium ist eine
Politische Waffe der Aufstandsbekämpfung
Und nichts was praktiziert gehört!
Schau dir meinen Kumpel
Pinochet an
Das ist ein rechter Katholok
Wie sich die Kirche ihn wünscht
Um sich hinterher auch noch
Von sogenannten Genossen
Verhöhnen zu lassen:
Das war ja nun wirklich ganz schön naiv
Und ich besonders
Danke euch
Daß ihr alles
Was in eurer Macht lag
Getan habt
Meine Generation zu verseuchen
Damit sie zu eurer Brut wird
Was Wachstum war
Habt ihr mit euren
Überflüssigen Institutionen
Solange zerquält
Bis es zerbrochen ist
Was wahrhaft war
Habt ihr mit euren Lügen
Solange verwirrt
Bis es unkenntlich wurde und falsch
Was sauber war
Habt ihr solange in den Dreck getreten
Bis es sich
Damit vermischt hat
Dem Frohen
Habt ihr alles genommen
Damit es leidend
Sich vor dem Lachen ekelt
Was schön war
Habt ihr solange missbraucht
Bis es den Augen Heuchelei
Den Ohren nervtötend ward
Ich könnte endlos
Solche Litanei fortsetzen
Das aber langweilt mich
Lange schon
Drehe ich die Frage
In meinem Kopfe herum
Warum
Was
Hattet ihr davon?
Weil ihr die Pest seid
Weil ihr
Der Abschaum des Universums seid
Weil eure Art des Lebens
Die Beleidigung der Natur ist
Ihr aber
Als alte Männer
Euer zusammengeraubtes Geld genießen wollt
Ohne an die Leichen in euren Kellern zu denken
Und dafür
Mußtet ihr die Illusion schaffen
Normal zu sein
Nach euch
Durfte nichts mehr kommen
Das anders ist
Alles Liebenswürdige was euch übersteht
Wiederlegt euch
Ihr habt es geschafft
Nun ist alles verkrüppelt oder tot
Ich gratuliere
Ihr habt eure Frauen geschändet
Ohne dass sie euch verlassen
Und eure Töchter
Die die Frauen unserer Jahre hätten sein sollen
Und frei
Zu Huren gemacht
Ich gratuliere
Wir aber
Wir sind zu sanft gewesen
Euch zu töten
Im rechten Augenblick
Jetzt seid ihr alt
Und der Kalk des Todes
Staubt schon aus den Furchen
In euren Gesichtern
Wozu sollten wir jetzt noch unsere Seelen beschweren
Durch Waffen gegen euch
Da wir nur zu warten brauchen
Bis ihr aussterbt?
Jetzt reicht es aus
Ungestört in goldener Götterruhe
Auf eure Gräber zu pissen
Um sie zu versiegeln
Es werden unsere Kinder und Enkelkinder
Ein Fest ausrichten
Das Fest der vereinigten Menschheit
Die endlich
Ohne Müllberge aus Fleisch
Wie ihr es seid
Eine Welt bauen kann
In der sich das Leben lohnt
Jubelnd werden sie
Eure Grabsteine bespucken und niederreißen
Und sie werden ein Lied singen
„Ätsch ihr habt vergessen
Dass wir jünger sind als ihr
Hättet ihr uns in den Fluss geschmissen
Da wir noch Babys waren
Dann hättet ihr gesiegt!“
Auch Luis 14 irrte nicht
Nach sich die Sintflut zu erwarten
2
Vernehmt jetzt
meinen heiligen Eid:
(Und ich garantiere euch
Daß ich zu den Leuten gehöre die Wort halten)
Was ihr geschaffen habt
Wird untergehen Samt und Sonders
Was nicht von selbst
Zugrundegeht
Und das misste
Wird von selbst zugrundegehen
Weil es auch noch Pfusch ist
Wie sollen Kotklumpen wie ihr es seid
Beständiges schaffen können
Aber was doch
Zulange anhält
Wird in Stücke geschlagen
Und zu Staub zermalmt
Und wer sich einsetzt für euch
Dem werden unter Hohngelächter
Die Augen ausgestochen
Und die Eier in siedendem Öl gegart
Eure Bücher werden vergessen werden
Eure Akten als Lügen entlarvt
Eure Gesetze gesprengt
Und eure Namen auf ewige Zeiten ausgetilgt
Als einzige Erinnerung
An euch wird bleiben:
In jenen Jahren
Waren de Schakale
Mehr wert
Als die Männer
3
Na
Ists nicht
Eine schöne Grabschrift
Die ich euch gemacht hab
Gemeinhin kennt der Mensch
Den Menschen allein
Und kennt ihn nicht
Er fällt in die Welt
Er schwimmt in ihrem Strom
Glaubend so müsse es sein
Den Dichter aber
Haben die Götter geschaffen
Das Magma der Erde ist sein Blut
Er folgt dem Laufe des Planeten
Er verachtet den Gehorsam zu
Herrschern und Parasiten
Ein Dichter kann getötet werden
Verhindern
Könnt ihr ihn nicht!





TRANSISTION

Es sind keine Träume mehr übrig.
Manchmal sehe ich Wege
Ich kann sie nicht gehen
Meine Seele ist verschüttet
Meine Furcht zersetzt mich
Zum Psychiater will ich nicht
Der gibt mir
Mit seinen Psychopharmaka
Noch den letzten Rest
Verlorenheit in einer Welt
Die ich nicht mehr erfassen kann
Sie ist gewachsen
Ihre Größe ist unannehmbar geworden
Meine Kraft ist verbraucht
Ich kann nicht Schritte machen
Eine Maschine kann man auftanken oder nachladen
Ein Mensch zerfällt
Nur nicht die Hoffnung aufgeben
Aus den Stücken
Lässt sich ja vielleicht noch was machen




MAJAKOWSKIJ

Nutzen wollen
Produzieren:
Das Gedicht
Als Waffe
Die für das Gedeihen
Eines Lebens
Ohne Angst kämpft
Das Gedicht
Das um die Liebe
Einer Frau kämpft
Beides solange
Bis sich die Frage
Nach dem Sinn des Dichtens aufwirft
Die Antwort das Schweigen
Dann weiß der Dichter
Am Besten ist es
Einen unnützen Fresser weniger zu produzieren



DEREN NAME NICHT MEHR FÄLLT

Eine Frau weiß ich
Die hat ihren
Körper nackt inszeniert
Weil sie ihn wert fand
Gesehen zu werden
Wie ein Monet oder Picasso
Die Blicke der Konsumenten
Haben sie zerfleischt
In ihrer Gier
Mit Bedürfnissen
Die auf keine Befriedigung hoffen
Schlugen sie ihr Genick durch
Rissen Fleisch und Knochen heraus
Und haben die Haut
Ausgestellt als Wixsvorlage
Der Besitzer
Des Copyrights
Auf ihren Körper
Befahl seinen Angestellten
das Fleisch auspressen
Ihr in Rotwein verwandeltes Blut
Trinkt er
Befriedigt




Reime



Die dichterische Existenz
Die überflüssig für sich selber steht
Netze aus Herzens Unsinn und Transparenz
Für eine Frau zusammenwebt

Welche in das eigne Leben tritt
Um wieder zu verschwinden
Sein das Sehnsucht litt
Um sie zu überwinden

Wir denken uns als Hamlet
Als Gloster will sich keiner sehn
Liegend Nachts allein im Bett
Vor Träumen die vorüberziehn

Müde sind die Tage
Eines Lebens das Vollendung will
Müde auch die Frage
Nach einem allgemeinen Ziel

Solange es denn dauert
Ziehn wir entlang die Bahn
Dem der auf Antwort lauert
Steht solche doch nicht an

Die Dinge bleiben stets die Gleichen die sie warn
Ein Werdendes Ein Abschied Ein Zerfall
Und auch was aufbegehrt das ist vertan
Gewirkt in der Mathematik des Weltenall‘




Abschied
Ein letztes Gedicht aus einer Zeit
Da wir uns trafen ungewollt
An einem ungewollten Ort
Ghetto, Therapie
& Ämter
Material einer Maschine
Die Elend produziert
Um sich daran zu mästen
Und kein Geld
So geh denn hin
Mit Glück auf allen deine Wegen
In eine Zukunft
Die mehr Freiheit hat
Mag diese Welt
Die sich zerstört
Dich dennoch schadlos tragen
Und deinem Kind ein bessres Leben geben
Als uns bis hier bestimmt gewesen ist
farewell und Au revoir

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen